Vor zwei Tagen habe ich es erfolgreich geschafft mich unfreiwillig von der Kommunikation durch elektronische Post zu trennen. Ich ging dabei folgendermaßen vor (Nachmachen nur eingeschränkt empfehlenswert):
Schritt 1: In Gedankenaktionismus verfallen.
Zuerst dachte ich es wäre eine gute Idee mein Passwort zu erfrischen, wandte alle Regeln der Kunst an und erdachte mir ein neues, viel besseres Passwort.
Schritt 2: Taten folgen lassen.
Ist das Passwort erst erdacht, muss man es schaffen es zweimal in derselben Art und Weise in ein vorgefertigtes Formular einzugeben. Das brach mir beziehungsweise meinem, in statu nascendi begriffenen Passwort das Genick. Ich gab wohl zweimal ein Passwort ein, von dem ich nicht wusste wie man es schrieb, während ich im Geiste voll und ganz der Überzeugung war, ich würde das tolle, neue Passwort tippen.
Schritt 3: Wiegen in falscher Sicherheit.
Stolz war ich sogar auf das schöne Passwort und wollte es natürlich ausprobieren.
Schritt 4: Unsanft landen.
Bei der Erprobung des neuen Passworts fiel mir auf, das irgendetwas nicht in Ordnung war. Panikerfüllt hackte ich auf die Tastatur ein und testete verschiedene, mir plausibel erscheinende Möglichkeiten des Vertippens, inklusive der vielleicht aktivierten Kapitälchen-Feststelltaste… Blindlings habe ich das so oft getan, dass mein E-Mail-Konto vermutlich für den Zugriff gesperrt wurde.
Schritt 5: durch einen vermeintlich schlauen Rettungsversuch das vorerst letzte Glied in die Kette unglücklicher Umstände einhängen:
Vermeintlich guter Lösungsansatz 1: So tun, als hätte man das Passwort vergessen und den Anweisungen des E-Mail Providers Folge leisten. Ich entschied mich für die Version mir einen Freischaltcode auf eine alternative E-Mail-Adresse schicken zu lassen. Fazit: Schlecht, denn meine “kaputte” E-Mail-Adresse, holt die E-Mails der alternativen E-Mail-Adresse ab. Das mag manchmal auch Vorteile haben, welche das sind, habe ich momentan vergessen.
Schritt 6: Sackgasse bemerken.
Wenn das mit der alternativen E-Mail-Adresse nicht klappt, dann eben als SMS aufs Handy. Leider wird der Freischaltcode nur einmal generiert.
7. Schritt: Sich über das eigene Unvermögen ärgern:
Wie um alles in der Welt? Jetzt habe ich ein Problem.
8. Schritt: Gedanken an die eigene Unfähigkeit verdrängen und Lösungsansatz 2 erdenken.
Die Lösung ist in Angriff genommen, der Ausgang ungewiss. Ich harre leicht frustriert der Dinge.
Die Frustration wird ab jetzt über Bord geworfen, ich werde das temporäre Entkommen vor der E-Mail-Flut genießen und zwar entspannt und mit Rückenwind.
