Perzeptionalist

10. Oktober 2009

Mit einem Neologismus in den Tag starten, untermalt von schönen Erinnerungen und herzzerreißender Musik. Das Drehbuch umschreiben, so viel gesagtes ungesagt machen und so viel ungetanes geschehen machen. Die richtigen Worte finden. Fast richtige Worte sind noch viel schlimmer als falsche, können noch viel mehr zerstören und denn Sinn so verbiegen, dass er unerkennbar bleibt. Wie schwierig es ist den Dingen und Gefühlen Sprache zu verleihen, die völlig verletzlich irgendwo darauf warten Ausdruck zu erlangen und sich dabei beständig wandeln! Im Irgendwo sollen sie noch wachsen und vielleicht werden sie eines Tages greifbarer, lassen sich besser anfassen und formulieren.

Bewunderung ist schön, gegenseitige besonders, aber warum bewundert werden für etwas, was man nicht kann. Beschämend. Einige klärende Worte werden wohl ihren Weg finden müssen und ein kleinwenig desillusionieren. Werde dabei bangen und hoffen, dass sie den Zauber nicht nehmen. Besser jetzt als später.


Überholmanöver

5. Oktober 2009

Gerade ist es passiert – ich bin von der Zeit überholt worden. Ab jetzt schaue ich ihr wohl hinterher. Mit allem was Hinterherschauen beinhaltet, Sehnsucht einerseits, verurteilende Gedanken andererseits. Ein merkwürdiger Anblick, deprimierend vor allem. Finde ich einmal mehr Energie ihr davonzulaufen oder ergebe ich mich langfristig dem lethargischen Gleichgang im Schatten derer, die schon längst überholt wurden. Ich könnte ja auch wegschauen, vielleicht entkäme ich dann der Zeit; könnte davontanzen, lächelnd einfach in die andere Richtung taumeln und glücklich sein.


Schmetterling und Rückenwind

21. August 2009

Vor zwei Tagen habe ich es erfolgreich geschafft mich unfreiwillig von der Kommunikation durch elektronische Post zu trennen. Ich ging dabei folgendermaßen vor (Nachmachen nur eingeschränkt empfehlenswert):

Schritt 1: In Gedankenaktionismus verfallen.

Zuerst dachte ich es wäre eine gute Idee mein Passwort zu erfrischen, wandte alle Regeln der Kunst an und erdachte mir ein neues, viel besseres Passwort.

Schritt 2: Taten folgen lassen.

Ist das Passwort erst erdacht, muss man es schaffen es zweimal in derselben Art und Weise in ein vorgefertigtes Formular einzugeben. Das brach mir beziehungsweise meinem, in statu nascendi begriffenen Passwort das Genick. Ich gab wohl zweimal ein Passwort ein, von dem ich nicht wusste wie man es schrieb, während ich im Geiste voll und ganz der Überzeugung war, ich würde das tolle, neue Passwort tippen.

Schritt 3: Wiegen in falscher Sicherheit.

Stolz war ich sogar auf das schöne Passwort und wollte es natürlich ausprobieren.

Schritt 4: Unsanft landen.

Bei der Erprobung des neuen Passworts fiel mir auf, das irgendetwas nicht in Ordnung war. Panikerfüllt hackte ich auf die Tastatur ein und testete verschiedene, mir plausibel erscheinende Möglichkeiten des Vertippens, inklusive der vielleicht aktivierten Kapitälchen-Feststelltaste… Blindlings habe ich das so oft getan, dass mein E-Mail-Konto vermutlich für den Zugriff gesperrt wurde.

Schritt 5: durch einen vermeintlich schlauen Rettungsversuch das vorerst letzte Glied in die Kette unglücklicher Umstände einhängen:

Vermeintlich guter Lösungsansatz 1: So tun, als hätte man das Passwort vergessen und den Anweisungen des E-Mail Providers Folge leisten. Ich entschied mich für die Version mir einen Freischaltcode auf eine alternative E-Mail-Adresse schicken zu lassen. Fazit: Schlecht, denn meine “kaputte” E-Mail-Adresse, holt die E-Mails der alternativen E-Mail-Adresse ab. Das mag manchmal auch Vorteile haben, welche das sind, habe ich momentan vergessen.

Schritt 6: Sackgasse bemerken.

Wenn das mit der alternativen E-Mail-Adresse nicht klappt, dann eben als SMS aufs Handy. Leider wird der Freischaltcode nur einmal generiert.

7. Schritt: Sich über das eigene Unvermögen ärgern:

Wie um alles in der Welt? Jetzt habe ich ein Problem.

8. Schritt: Gedanken an die eigene Unfähigkeit verdrängen und Lösungsansatz 2 erdenken.

Die Lösung ist in Angriff genommen, der Ausgang ungewiss. Ich harre leicht frustriert der Dinge.

Die Frustration wird ab jetzt über Bord geworfen, ich werde das temporäre Entkommen vor der E-Mail-Flut genießen und zwar entspannt und mit Rückenwind.

Schmetterling und Rückenwind



Herzsalat

15. Juli 2009

Tausend Herzen, liebevoll in stundenlanger Hingabe aus weißem und rotem Papier ausgeschnitten und zum Geburtstag verschenkt – in der Hoffnung auf richtige Interpretation und dadurch auch Wertschätzung. Die Beschenkte, in einem Akt des Nichtverstehens, befördert sie weniger liebevoll und innerhalb weniger Augenblicke in den Papierkorb. Dort finden sich tausend Herzen zum Herzsalat wieder.

Sind zu viele Herzen im Papierkorb gelandet? Vielleicht hätte man sich beim ein oder anderen Papierkorbgebrauch mehr Weitsicht und Zeit gewünscht? Gemeinsamkeiten, geteilte Momente, flüchtige Berührungen; unproblematische Telefonaten und problematischere Treffen; problematische Gespräche und unproblematischere Briefe. Seifenopernartige, mitgefühlte Momente mit massiven Herzsalat- und vielleicht auch kleinen Gehirnsalatanteilen. Lust auf Herzsalat?


Eine beinahe spektakuläre Irrfahrt

11. Mai 2009

Kaum sinniert und schreibt man anderswo über’s Busfahren, erlebe ich wieder eine Busfahrgeschichte. Eigentlich ein Normalzustand, der zur Zeit aber durch den zunehmenden inneren Drang überall hinlaufen zu müssen rar geworden ist.

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Ich habe nichts anziehbares

8. Mai 2009

Mein Schrank ist voller Kleidung und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass ich nichts zum Anziehen habe. Diese unkorrigierbar falsche Beurteilung der Realität ist wohl als Wahn zu bezeichnen. Ansonsten ist alles in Ordnung.


Tatsächliche Geisteserhellung

5. April 2009

Zur Zeit warte ich auf die tatsächliche Geisteserhellung. Leider hält mich die  konsensfähige Selbsthilfegläubigkeit zur Zeit davon ab; zu oft finde ich mich in Foren mit schlechten Tipps wieder.

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Spaziergang

3. Februar 2009

Den Tag habe ich auf dem CN-Tower mit wunderbarer Aussicht bis zu den Niagara-Fällen begonnen.  Sehr gruselig, dass man einfach so auf den Glasboden laufen kann und dann mehr als 400 Meter in den Abgrund zu blicken. Das habe ich nur mit Hilfe eines netten jungen Mannes geschafft, der mir ritterlich die Hand reichte und mir so über meine Angst hinweghalf. Den Rest des Beitrags lesen »


wie man den Kopf über Wasser hält

15. Januar 2009

Vielleicht jammere ich ja auf hohem Niveau… Sei’s drum, ich hab so viel um die Ohren wie schon seit langem nicht mehr und vernachlässige zunehmend liebe Menschen, die sich hoffentlich nicht so leicht abschütteln lassen! Ich gelobe Besserung, auch wenn diese erst in einiger Zeit eintreten wird… vielleicht hilft es ja in ein paar Tagen auf einen anderen Kontinent zu fliehen?

Irgendwie ist es kalt hier im Wasser! Ich bin demnächst wieder an Land; so ist zumindest der Plan.


Unerwünscht?

28. Dezember 2008

Warum wird man immer wieder auf so plumpe Art und Weise aus Kneipen und Restaurants geworfen und dabei auch noch beschimpft? Was kann man dafür, dass es viele einfallslose Kellnerinnen und Kellner gibt und dass man mit einer großen Gruppe unterwegs ist, die unfähig ist die Zeche zu begleichen und man das Pech hat als letzter zu gehen? Es ist wohl noch nicht ausgestanden, das Vergessenwerden, Beschimpftwerden, Rausgeworfenwerden und Unerwünschtsein in nur scheinbar serviceorientierten Gewerben der Gastronomie. Bleibt abzuwarten ob sich die Scheinbarkeit noch in Anscheinbarkeit umwandelt und ob ich irgendwann diesen Fluch abschütteln kann.


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