Perzeptionalist

10. Oktober 2009

Mit einem Neologismus in den Tag starten, untermalt von schönen Erinnerungen und herzzerreißender Musik. Das Drehbuch umschreiben, so viel gesagtes ungesagt machen und so viel ungetanes geschehen machen. Die richtigen Worte finden. Fast richtige Worte sind noch viel schlimmer als falsche, können noch viel mehr zerstören und denn Sinn so verbiegen, dass er unerkennbar bleibt. Wie schwierig es ist den Dingen und Gefühlen Sprache zu verleihen, die völlig verletzlich irgendwo darauf warten Ausdruck zu erlangen und sich dabei beständig wandeln! Im Irgendwo sollen sie noch wachsen und vielleicht werden sie eines Tages greifbarer, lassen sich besser anfassen und formulieren.

Bewunderung ist schön, gegenseitige besonders, aber warum bewundert werden für etwas, was man nicht kann. Beschämend. Einige klärende Worte werden wohl ihren Weg finden müssen und ein kleinwenig desillusionieren. Werde dabei bangen und hoffen, dass sie den Zauber nicht nehmen. Besser jetzt als später.


Überholmanöver

5. Oktober 2009

Gerade ist es passiert – ich bin von der Zeit überholt worden. Ab jetzt schaue ich ihr wohl hinterher. Mit allem was Hinterherschauen beinhaltet, Sehnsucht einerseits, verurteilende Gedanken andererseits. Ein merkwürdiger Anblick, deprimierend vor allem. Finde ich einmal mehr Energie ihr davonzulaufen oder ergebe ich mich langfristig dem lethargischen Gleichgang im Schatten derer, die schon längst überholt wurden. Ich könnte ja auch wegschauen, vielleicht entkäme ich dann der Zeit; könnte davontanzen, lächelnd einfach in die andere Richtung taumeln und glücklich sein.


Herzsalat

15. Juli 2009

Tausend Herzen, liebevoll in stundenlanger Hingabe aus weißem und rotem Papier ausgeschnitten und zum Geburtstag verschenkt – in der Hoffnung auf richtige Interpretation und dadurch auch Wertschätzung. Die Beschenkte, in einem Akt des Nichtverstehens, befördert sie weniger liebevoll und innerhalb weniger Augenblicke in den Papierkorb. Dort finden sich tausend Herzen zum Herzsalat wieder.

Sind zu viele Herzen im Papierkorb gelandet? Vielleicht hätte man sich beim ein oder anderen Papierkorbgebrauch mehr Weitsicht und Zeit gewünscht? Gemeinsamkeiten, geteilte Momente, flüchtige Berührungen; unproblematische Telefonaten und problematischere Treffen; problematische Gespräche und unproblematischere Briefe. Seifenopernartige, mitgefühlte Momente mit massiven Herzsalat- und vielleicht auch kleinen Gehirnsalatanteilen. Lust auf Herzsalat?


Kopfchaos

21. Juni 2009

Man sollte doch wohl meinen, dass man sich eigentlich Zeit nehmen können müsste um sich in Ruhe über wichtige Dinge klar zu werden, unbegründete Ängste und Sorgen beiseite zu schieben und mit gutem Gewissen auch Zeit mit schönen Tätigkeiten auszufüllen. Stattdessen scheint die Zeit vorbeizurasen – oder rast man selbst mit Tunnelblick durch die Zeit? Vergeudet man Zeit? oder darf man sich nicht dazu bringen lassen Zeit als vergeudet anzusehen?


An-/Abtun

1. April 2009

Warum man sich manches antut, weiß man nicht. Warum man es immer wieder macht, bleibt ebenfalls letztlich ungeklärt.

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Wirrwarr

9. Oktober 2008

Kurzentschlossen und voller Elan versuche ich gerade einen neuen Auslandsaufenthalt zu organisieren. Während es an anderen Fakultäten wohlgeordnet und recht entspannt zugeht, herrscht an meiner Fakultät das reinste Chaos. Keiner weiß etwas aber viele Personen sind zuständig, die Homepage ist ein Kuddelmuddel aus bestehenden Austauschpartnern und solchen, die es schon lange nicht mehr sind. Dass die Liste der möglichen oder unmöglichen Austausch-Unis keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, steht nirgends und wenn man sich persönlich um eine Liste möglicher Austausch-Unis bemüht, bekommt man eine Liste, die gut ein Drittel länger ist, als die, die im Internet steht und sich mit selbiger auch nur zu etwa 50% überschneidet. Wenn man die Liste dann staunend in den Händen hält und sich nach Erfahrungsberichten zu einigen Unis erkundigt, bekommt man dann zu hören, dass sich dafür merkwürdigerweise noch nie jemand beworben hat. An was das wohl liegt?

Ich habe jetzt eine gute Woche erfolgloser, sich im Kreis drehender Telefonate, Emailkorrespondenzen und Dekanatsbesuche hinter mir und bin kurz davor das Unternehmen aufzugeben.


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