Perzeptionalist

10. Oktober 2009

Mit einem Neologismus in den Tag starten, untermalt von schönen Erinnerungen und herzzerreißender Musik. Das Drehbuch umschreiben, so viel gesagtes ungesagt machen und so viel ungetanes geschehen machen. Die richtigen Worte finden. Fast richtige Worte sind noch viel schlimmer als falsche, können noch viel mehr zerstören und denn Sinn so verbiegen, dass er unerkennbar bleibt. Wie schwierig es ist den Dingen und Gefühlen Sprache zu verleihen, die völlig verletzlich irgendwo darauf warten Ausdruck zu erlangen und sich dabei beständig wandeln! Im Irgendwo sollen sie noch wachsen und vielleicht werden sie eines Tages greifbarer, lassen sich besser anfassen und formulieren.

Bewunderung ist schön, gegenseitige besonders, aber warum bewundert werden für etwas, was man nicht kann. Beschämend. Einige klärende Worte werden wohl ihren Weg finden müssen und ein kleinwenig desillusionieren. Werde dabei bangen und hoffen, dass sie den Zauber nicht nehmen. Besser jetzt als später.


Überholmanöver

5. Oktober 2009

Gerade ist es passiert – ich bin von der Zeit überholt worden. Ab jetzt schaue ich ihr wohl hinterher. Mit allem was Hinterherschauen beinhaltet, Sehnsucht einerseits, verurteilende Gedanken andererseits. Ein merkwürdiger Anblick, deprimierend vor allem. Finde ich einmal mehr Energie ihr davonzulaufen oder ergebe ich mich langfristig dem lethargischen Gleichgang im Schatten derer, die schon längst überholt wurden. Ich könnte ja auch wegschauen, vielleicht entkäme ich dann der Zeit; könnte davontanzen, lächelnd einfach in die andere Richtung taumeln und glücklich sein.


Zwischengeschoss

24. August 2009

Zwischenzustand im Dasein zwischen Sein und Seinwollen, quasi im Zwischengeschoss gelandet, wartend. Zwischenzeitlich kann man zu der Ansicht kommen, vieles wäre vertane Zeit, zwischendurch könnte man aber auch mal durchatmen, es sich im kniehohen Gras zwischen all den Kletten und dem verblühten Löwenzahn alleine bequem machen und feststellen: Dies ist kein Zwischending, nichts temporäres, also sollte man es auch genießen. Im Kopf geht vieles leichter, gibt es soviel weniger zu verlieren. Nachher sitzt man da, zupft Kletten von Rocksaum und Ärmeln, genießt die Sonne auf den Armen und und findet Tage später noch Kletten an der Bettwäsche. Was die dort verloren haben? Nichts, genausowenig wie Kaktusfeigenstacheln in meinen Fingerkuppen, letztlich sind sie aber da. Ach ja, die Emailadresse, soviel ist sicher, wäre zurückgewonnen, der Kontakt mit der elektronischen Welt ist also wiederhergestellt. Das Gefühl etwas verpasst zu haben ist längst zu Belanglosigkeit verkommen. So verrinnen die Sekunden und irgendwo ist noch ein Fünkchen von dem, das sich am Zwischenzustand festklammert. Also warte ich weiter, bewege mich dazwischen und fahre ein wenig im Paternoster von Zwischengeschoss zu Zwischengeschoss. Wer mich sucht, kann mich da finden.


Mühsal, Nahschlaferfahrungen und Wassertropfen

17. August 2009

Ich liebe schlafen. Man kann so vieles verdrängen, aufschieben, vergessen, beschönigen und sich dabei prächtig erholen – eine angenehme Art Zeit zu verbringen. So habe ich auch heute viel in Schlafnähe, quasi in ständiger Nahschlaferfahrung verbracht und schließlich auch 20 Minuten des heutigen Tages darauf verwendet außerhalb der üblichen Schlafzeiten dem Schlaf zu frönen. Eine Emailflut, einen mühsamen Einkauf, zwei Unwetter und einen Regenbogen später war mir klar, dass sich fast nichts durch Schlaf verdrängen, aufschieben, vergessen und beschönigen lässt; aufschieben schien mir trotzdem noch recht plausibel. Mit Wassertropfen auf der Haut und Wind im Haar scheint die Welt einfach mehr in Ordnung zu sein, besonders am Wochenende.


Kopfbrummen

11. Juli 2009

Stundenlanges Lümmeln vor dem PC mit ungutem Gefühl und noch schlechterem wenn man sich anderen Dingen widmet erzeugt bei mir so ein Gefühl im Kopf, auf das am besten der Begriff Kopfbrummen passt. Eine Pause hilft manchmal weiter. Um dem Gefühl der Vereinsamung aus dem Weg zu gehen sind Pausen, die mit anderen verbracht werden irgendwie besser fürs Befinden. Aber was soll ich machen wenn niemand da ist der eine Pause mitmachen will? Weitermachen, genau. Nicht, dass die Workoholicallüren flöten gehen, hat man sich doch gerade an sie gewöhnt. Ach du süßer Zeitvertreib mit Arbeit, du pseudosinnstiftende Tätigkeit und Rechtfertigung für Unterlassenes und Verpasstes.


Ich habe nichts anziehbares

8. Mai 2009

Mein Schrank ist voller Kleidung und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass ich nichts zum Anziehen habe. Diese unkorrigierbar falsche Beurteilung der Realität ist wohl als Wahn zu bezeichnen. Ansonsten ist alles in Ordnung.


Friedlich

27. Oktober 2008

Friedlich, ein wenig trüb und recht frisch – so hat mich der Tag heute morgen empfangen und ich war mal wieder in einer Vorlesung. Zur zweiten habe ich’s nicht geschafft, weil mich die Motivation verließ.

Vorlesungen werden eben nicht zwangsläufig besser, nur weil man versucht in seinem letzten Semester sein Vorlesungs-Besuch-Verhalten zu ändern…

Auf dem Weg nach Hause fing es auch noch an zu regnen.

Versuche eine, sich beim Gedanken an die letzten vorübergegangenen Semesterferien, das letzte Semester, die letzten Vorlesungen, die letzten Seminare etc. aufdrängende Melancholie zu unterdrücken. Mal sehen wie das am besten geht.


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